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Ort Mauthausen

Mauthausen ist alter geschichtlicher Boden. Schon in grauer Vorzeit ging hier der Weg von SA?den nach Norden, die Handelsbeziehungen erhielten hier an der Donau ihre Regelung und bald wurde Mauthausen zum Landesgerichte erhoben – noch bevor der Ort Mauthausen selbst eigentlich in den Urkunden nachweisbar war. Hier in Mauthausen musste die Maut für die BenA?tzung der Schifffahrt und die Überfuhr bezahlt werden. Wo heute der Weg von Mauthausen über die Höhe nach Ried in der Riedmark geht, ging ursprA?nglich die alte Salzstrasse ins BA?hmische; die alte Handelsstrasse auf der die Salzfuhrwerke fuhren, war einer der ltesten Verkehrswege und eine der wichtigsten Handelsadern der damaligen Zeit. Die Geschichte des Ortes selbst fA?ngt mit der der Babenbergerherzoge 976 an, als am Zusammenflusse der Enns und der Donau ein Mauthaus errichtet wurde, wo die Maut entrichtet werden musste. Um dieses Mauthaus bildeten sich bald feste Ansiedlungen und so kam Mauthausen gar bald zu einer einflussreichen und wichtigen Stellung, da es eine der besten Einnahmequellen des Landesherrn bildete. Nachdem sich die Habsburger in Geldschwierigkeiten befanden, so verpfA?ndeten sie die Herrschaft und das Gericht Mauthausen an die verschiedentlichen PA?chter, die dafA?r dem Kaiser Darlehen gaben. So wurde 1276 Mauthausen von Rudolf von Habsburg an den Herzog Heinrich von Bayern verpfA?ndet, da er den Brautschatz, den er seiner Tochter Katharina mitgab, nicht in bar zahlen konnte. Mauthausen war bis 1633 fast immer Pfandobjekt der Kaiser gewesen.

Der Markt Mauthausen um die Jahrhundertwende

Der Markt Mauthausen um die Jahrhundertwende

Es seien nur die wichtigsten Pfandherren von Mauthausen angefA?hrt. Nach dem Bayernherzog ging Mauthausen als Pfand an die Herren von Wallsee über, 1490 folgte als Pfandherr Lasla von Prag, der deshalb wichtig ist, weil er Schloss Pragstein auf einer Felseninsel in der Donau baute. Ihm folgte als Pachtherr das Marktgericht von Mauthausen und von 1503 bis 1516 die BrA?der Johann, Sebastian und Christof von Rohrbach, welche auf ein Jahr vom Domkapitel von St. Stefan in Wien abgelA?st wurden. Joachim Marschall von Reichenau war der nA?chste Pfandinhaber, dem wieder das Marktgericht Mauthausen bis 1542 folgte, das von Hans v. Lampert zu Sauerstein abgelA?st wurde. Der nA?chste Pfandinhaber war der bA?rgerliche Baumeister von MautA?hausen Wolf Egenfellner, der den Pfandbrief mit Schaden an JA?rg Gienger von Rotteneck verkaufen musste, weil er sich den Mauthausnern gegenA?ber nicht durchzusetzen vermochte. JA?rg Gienger starb zu Enns im Jahre 1577 und die Herrschaft bernahm nun Hans PrA?sing, Freiherr zu Stein. In den nachfolgenden Jahren folgten noch einige Pfandherren, die aber kaum irgendwie zur EntA?wicklung des Ortes beitrugen. Ab 1633 gab es keine VerpfA?ndung der Maut mehr, so dass von diesem Jahre an eigentlich die zweite Geschichtsperiode des Ortes beginnt, die bis zum Jahre 1790 zu rechnen ist. In dieser zweiten Periode sind an historischen Ereignissen vor allem die EinflA?sse des 30jA?hrigen Krieges zu verzeichnen. Landstreicher, Marodeure und Banden beunruhigten das Land, so dass sich die BA?rger des fteren zusammenschließen mussten, um diesen PlA?nderungsgefahren zu wehren. Sehr zu leiden hatte der Ort auch unter der Einquartierung in den Jahren 1674 und 1676 durch Braunschweiger Soldaten, die – wie es in der Chronik heißt – das Eigentum der BA?rger keineswegs schonten, sondern stahlen und das Gestohlene um billige Preise weiter verkauften. Im Sommer 1679 klopfte ein anderes Gespenst an Mauthausens Tore; die Pestgefahr. In Wien fielen damals der Pest 122.000 Menschen zum Opfer. Mauthausen ist es damals gelungen, durch ußerst strenge sanitA?re Vorschriften die Gefahr zu bannen. 1683 trat die Gefahr einer berflutung durch die TA?rken sehr stark in den Vordergrund und nur dem wehrhaften AbA?wehrkampf Wiens ist es zu verdanken, dass die TA?rken, deren Heer vor Wien zerschlagen wurde, nicht donauaufwA?rts vordringen konnten. Diese immerA?währenden Gefahren brachten natA?rlich für die BA?rger erdrA?ckende Steuerlasten. Der spanische Erbfolgekrieg spielte sich, soweit es OberA?sterreich beA?traf, jenseits der Donau ab, doch mussten die Mauthausner im Mai 1703 den zehnten Mann an die bayrische Grenze nach SchlA?sselburg schicken. Auch der sterreichische Erbfolgestreit 1740 bis 1748 betraf Mauhausen nicht unmitA?telbar, sondern nur im Zahlen erhA?hter Abgaben und Stellung von Schiffsknechten. Die dritte Periode der Geschichte Mauthausens von 1790 bis 1914 war in den ersten Jahren durch die Franzosenkriege gekennzeichnet. Mauthausen wurde dreimal von den Franzosen besetzt; 1800, 1805 und 1809. Jeder Friede kostete Kontributionen, die die LA?nder und Gemeinden aufzubringen hatten. 1805 wurde beim Spital eine SchiffsbrA?cke errichtet, doch hatte dieA?selbe nur kurzen Bestand. Im Mai 1809 drangen die Franzosen mehrmals in Mauthausen ein, ohne jedoch ernstlich Schaden anzurichten. Die Schlacht bei Ebelsberg warf auch nach Mauthausen ihre Wellen. Die Invasionskosten 1805 und 1809 betrugen nach der Chronik insgesamt 14.288 Gulden und 36 Kreuzer.

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Im Jahre 1866, während des preussisch-sterreichischen Krieges wurde beA?fA?rchtet, dass die Preussen durch das MA?hlviertel herab bis an die Donau vorA?dringen kA?nnten, und es wurden bereits Schanzen und Befestigungen angeA?legt. Auch im deutsch-franzA?sischen Kriege fA?rchtete man für den Frieden und rA?stete. Die Ennslinie wurde befestigt. Erzherzog Albrecht selbst leitete die Arbeiten.

Es folgte eine ruhige Zeit der Entwicklung, bis die SchA?sse von Sarajevo auch Mauthausen in Bewegung setzten. Während des Krieges 1914-1918 wurde zwischen Schwertberg und Mauthausen ein großes Kriegsgefangenenlager errichtet, das durch die FlecktyphusfA?lle 1917 leider a?zberA?hmt“ wurde. Der HochwA?rdige Bischof von Linz Hittmayr erlag als einfacher SanitA?tshelfer im Lager dem Typus. über 12.000 Gefangene wurden Opfer dieser Epidemie, darunter allein über 7.000 Italiener. Die KA?nigin von Italien stiftete diesen Kriegsopfern ein prachtvolles Denkmal aus Carrara-Marmor, das noch im Soldatenfriedhof steht. Der Soldatenfriedhof an der Hauderer Bezirksstrasse wird auch heute noch in gutem Zustande erhalten, und die GrA?ber sind ordentA?lich gepflegt. Viele FamilienangehA?rige kamen speziell in den ersten Jahren nach dem Kriege nach Mauthausen, um die GrA?ber ihrer AngehA?rigen zu besuchen.

Die Nachkriegsjahre brachten, wie berall, so auch über Mauthausen, Not und Elend. Die Inflation fraß den gräßten Teil des VermA?gens, Arbeitslosigkeit herrschte unter den Steinarbeitern, in fast jedem Hause gab es Arbeitslose, so dass bald eine unbeschreibliche Not unter der ArbeiterbevA?lkerung herrschte.

Ansicht von Mauthausen

Ansicht von Mauthausen

1938, bald nach der Einverleibung sterreichs durch Hitler, kamen die ersten 55 MA?nner und begannen mit dem Bau des Konzentrationslagers. Damit beginnt wohl der für Mauthausen traurigste Teil seiner Geschichte. Der Wiederaufbau nach dem Kriege konnte nur langsam vor sich gehen, da all zuviel fehlte. Fliegerangriffe waren zwar nur zwei, aber durch den Zusammenbruch war viel zerstA?rt worden. Durch PlA?nderungen gingen viele Werte zugrunde, die nur mA?hsam wieder zustande gebracht werden konnten.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Mauthausen von den Russen besetzt und der Wiederaufbau konnte infolge der schlechten wirtschaftlichen VerhA?ltnisse nur langsam vor sich gehen. Doch es herrschten bereits FriedensverhA?ltnisse, bald setzte eine rege BautA?tigkeit ein, und im Jahre 1955 erlangte sterreich wieder die vA?llige Freiheit.

Bildmaterial und Texte stammen aus dem JubilA?umsbuch 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Mauthausen (1989) und sind aus diesem Grund noch nicht auf dem aktuellsten Stand


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