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Feuerwehr Mauthausen

Zum ersten Mal wird eine Art FeuerlA?schung in Mauthausen erwA?hnt im Jahre 1189 und zwar, als beim großen Kreuzzuge Friedrich Barbarossas die Kreuzfahrer den ganzen Ort Mauthausen einA?scherten. Der Kaiser Friedrich Barbarossa hatte nA?mlich den Kreuzfahrern freie Maut verliehen und die Mauthausner BA?rger haben entweder in Unkenntnis dieses Privileges oder dadurch, dass sie sich darA?ber hinwegsetzten, von den Kreuzfahrern die bliche Maut verlangt, worauf dieselben als GegenA?ußerung den Ort einfach in Brand setzten.

Zum zweiten Mal wurde der Ort Mauthausen im Jahre 1414 durch die Hussiten eingeA?schert, welche von BA?hmen herab bis an die Donau drangen und berA?all brandschatzten. Auch die Kirche fiel diesem Brande zum Opfer und blieb dadurch 16 Jahre Ruine. Die Archive gingen bei diesem Brand ebenfalls zugrunde, so dass die BA?rgerschaft um die Erneuerung ihrer Privilegien ansuchen musste. An Privilegien für die BA?rger werden in der Chronik verzeichnet: das Marktrecht, das Niederlagerecht, das Mautrecht, der Straßenzwang, die Pflastermaut, das Fischrecht und das Salzrecht.

In der Marktordnung vom 3. 4. 1552, welche vom Kaiser Ferdinand I. dem Markte verliehen wurde, ist eine eigenartige Feuerbestimmung enthalten und zwar musste nach dieser Marktordnung jeder BA?rger, in dessen Hause ein Brand ausbrach, eine Strafe von 5 Pfund und 60 Pfennig bezahlen. (Wohl infolge einer angenommenen Unachtsamkeit des EigentA?mers.)

Brand des Salzmagazines 1954

Brand des Salzmagazines 1954

Im Jahre 1778 zerstA?rte ein Blitzschlag den Turm der Kirche.

Seit dem Jahre 1658 werden regelmäßig NachtwA?chter im Orte erwA?hnt, deren erste Aufgabe die BekA?mpfung des Feuers war. Das Feuer wurde damals durch die BA?rger mit Handspritzen und einfachen GerA?ten bekA?mpft.

Nun ist eine große LA?cke in der Entwicklung des FeuerlA?schwesens zu verzeichnen, die eigentlich bis zum Jahre 1869 lA?uft. Mit der EinfA?hrung der allgemeiA?nen Feuerwehrordnung wurde auch in Mauthausen an die GrA?ndung der Freiwilligen Feuerwehr geschritten. In der Gemeindeausschusssitzung vom 2. 6. 1869 stellte der BA?rgermeister eine Gemeindespende von 100 Gulden zur VerfA?gung, Herr Anton Poschacher 200 Gulden, Herr Leopold Heindl 50 Gulden, so dass ein Fond entstand, der es der jungen Feuerwehr ermA?glichte, auch Geräte anzuschaffen. Die behA?rdliche Genehmigung der Satzungen erfolgte mit Statthaltereierlass vom 16. 10. 1870, und am 24. 12. 1870 wurde die GrA?ndungsversammlung der Feuerwehr abgehalten, in welcher als erster Obmann Herr Johann Kitzler bestellt wurde. Bei dieser GrA?ndungsversammlung traten 35 Mann der Feuerwehr bei.

1871 wurden bereits zwei holledrische Spritzen bernommen. Des weiteren die allgemeinen Weiser Feuersignale. In kurzer Zeit wuchs der GerA?tepark des jungen Vereines durch Anschaffung einer Schiebeleiter, Schlauchbinde, Ankauf von über 300 m SchlA?uchen, Abprotzspritze der Fa. Knaust in Wien. 1873 wurde die erste Landfahrspritze gekauft. Am 26. 10. 1887 bekam die Feuerwehr die erste Dampfspritze.

Abtransport der gefrorenen SchlA?uche - Salzmagazin

Abtransport der gefrorenen SchlA?uche – Salzmagazin

In der Zwischenzeit ereigneten sich einige größere BrA?nde und zwar 1875 der Brand des WimmerhA?usls im Brunngraben, 1889-90 waren eine Reihe GrossbrA?nde zu verzeichnen und zwar in Niederzirking, Marbach, Enghagen, Ennsdorf, Au, Albern, Oberzirking, Abwinden, am 20. 11. 1889 ein Grossbrand in Haid und am 8. 4. 1890 ein Grossbrand in Enns (9 Stadl).

Am 27. 7. 1891 konnte die Feuerwehr das 20jA?hrige GrA?ndungsfest begehen. 1891 gingen die zwei alten Spritzen an die Feuerwehr Haid. 1892 erfolgte die Rohrleitung zu Feuerzwecken durch die Fa. Peteler in Steyr. Am 26. 9. 1892 erfolgte die GrA?ndung des Bezirksverbandes der Feuerwehren. Zum damaligen Bezirksverband gehA?rten die Wehren von Mauthausen, Schwertberg, Haid und Ried.

Am 25. 3. 1895 beging die Wehr das 25jA?hrige GrA?ndungsfest, wobei an 22 Mitglieder Diplome für langjA?hriges Wirken in der Feuerwehr verliehen wurden. Im Jahre 1896 erfolgten verschiedene Neuanschaffungen, darunter eine eiserne RA?hrenleitung, ein Gummistrahlrohr, verbesserte Steigerleitern und die Errichtung des Steigerhauses. 1889 wurde durch eine großherzige Spende der Sparkasse Mauthausen im Betrage von 800 Gulden die Anschaffung der neuen Schiebeleiter (JubilA?umsleiter) ermA?glicht. 1900 erfolgte die Reparatur der Dampfspritze. 1906 feierte die Wehr das 36jA?hrige GrA?ndungsfest in VerA?bindung mit dem 37jA?hrigen Landesfeuerwehrtag. 1912 erfolgte die Anschaffung eines Rettungswagens, hauptsA?chlich durch die Initiative des Wehrarztes Med.Rat Dr. Niederberger.

Eisstoß 1955

Eisstoß 1955

Im Weltkrieg 1914-18 mussten sofort 18 Leute der Feuerwehr zu den Waffen eilen. Nachdem der erste Teil der Geschichte mit dem Kriege 1914-18 abschliesst, so seien noch die wichtigsten EinsA?tze der Feuerwehr verzeichnet, die sich bis zu dieser Zeit ereigneten.

1892 am 2. 12. beim Brand des Brauhauses in Mauthausen, am 4. 2. 1895 Brand in Wagram und am 10. 9. Brand in Naarn, am 13. 5. 1889 in Langenstein beim Lichtenegger, 1900 wieder zwei grosse BrA?nde in Marbach und in Albern, 1901 am 14. 5. in Mauthausen, Reindlgraben 9, 1902 in DA?rren-Wagram, 1903 in Poneggen, 1906 in Neuhofen und Gusen, 1907 in Aisting und St. Georgen, 1908 in Niederzirking und Kristein, 1910 am 4. 7. und 31. 3. in MauthauA?sen, am 15. 7. in Danndorf, am 26. 10. in Ufer (MarbachmA?hle) und am 10. 12. in Wimm bei Naarn, am 27.6.1911 in Haid.

Während des Ersten Weltkrieges ruhte zum grA?ssten Teile das Feuerlöschwesen. Erst nach dem Kriege kam die Feuerwehr wieder in TA?tigkeit. Während des Krieges waren im Jahre 1915 zwei BrA?nde in Mauthausen und am 27. 1. 1917 der grosse Brand im Kriegsgefangenenlager in Mauthausen. Nach dem Kriege 1921 konnte sich infolge der schlechten wirtschaftlichen VerhA?ltnisse die Feuerwehr nur langsam wieder zusammenfinden, aber bereits im Jahr 1921 waren wiederzwei EinsA?tze zu verzeichnen und zwar in Mauthausen und in Blindendorf. 1922 ebenfalls in Mauthausen, desgleichen 1924 in MautA?hausen und in Zeinersdorf bei Ried und 1928 ebenfalls wieder in Mauthausen.

1929 erfolgte die Motorisierung der Wehr und zwar wurde von der Gemeinde Wien eine Motorspritze und die Magyrusleiter erworben. Am 6. 7.1930 konnte die Wehr das 60jA?hrige GrA?ndungsjubilA?um feiern.

LA?schzug 4 - 1936 - Kirchenberg (lzug)

LA?schzug 4 – 1936 – Kirchenberg (lzug)

Der Krieg 1939 bis 1945 brachte ebenfalls viel mehr wie beim ersten Weltkrieg Arbeit für die Feuerwehr und zwar wurde von der Landesregierung die Feuerwehr des Bezirkes Perg unter der Bezeichnung OD 12 als Kriegseinsatz für Linz bestimmt, und drei ZA?ge waren in stA?ndiger Bereitschaft, wovon der zweite Zug von der Feuerwehr Mauthausen gebildet werden musste, während der erste Zug von der Feuerwehr Perg und ein weiterer Zug von den Feuerwehren Schwertberg und Pregarten gemeinsam gebildet wurden. Der Einsatzzug Mauthausen stand unter der Leitung des WehrfA?hrers Josef Niederhofer und diesem Zug wurde spA?ter auch eine Frauengruppe, bestehend aus 12 vollkommen ausgerA?steten und ausgebildeten Frauen, angegliedert. Weiters wurde noch eine Abteilung aus Kriegsdienstverpflichteten dem Feuerwehrzuge angegliedert. Während die jungen MA?nner fast alle zur Wehrmacht eingezogen wurden, mussten daher die lteren Mitglieder diesen anstrengenden Dienst, welcher in stA?ndiger Alarmbereitschaft und mehrfachen EinsA?tzen bestand, versehen. Unter diesen seien hervorgehoben die Herren Robert MessenbA?ck, Michael Poschacher, Richard Kastner, Franz Lang, Otto Eysn, Franz Hessl, Karl Heybal, Alois Grubauer, Kapfer, Pappel, Hubert Grubauer, Franz Wedl, Josef Stampfl, Holzhaider, Burner, Enneckl, welcher als Meldefahrer eingesetzt wurde. Unter den Kriegsverpflichteten sind zu erwA?hnen die Herren Fabian, Paulmayr und Schimpl und die Frauen Maria Richter, Wilhelmine Luger, Hilde Fuchs, Hildegard Witsch, Anni Tengler, Hilde Wagner, Hermine Zauner, Gusti Reisinger, Friederike Vogl, Theresia Steinmayr, Anna Richter. Während des Krieges wurden drei EinsA?tze bei BrA?nden in Linz durchgeführt, ein Einsatz in Mauthausen (Bombenangriff auf das Anwesen des Karl Kurz und ein Tieffliegerangriff am Bahnhof Mauthausen). Als 1945 der Krieg zu Ende ging, wurden sA?mtliche Geräte der Feuerwehr gestohlen, doch gelang es dem rA?hrigen und tatkrA?ftigen Eingreifen der wenigen Mitglieder der Feuerwehr, die noch in Mauthausen geblieben waren (Josef Niederhofer, Hubert Grubauer, Franz Hessl und einige andere), sA?mtliches Material der Wiener StA?dtischen Feuerwehr, welche in den letzten Monaten des Krieges statt der SS die Bewachung des Konzentrationslagers bernehmen hatte mA?ssen, sicherzustellen. Es wurden nicht weniger als 16 vollbeladene Lastkraftwagen an Material für die Wiener StA?dtische Feuerwehr sichergestellt. Auch unsere Feuerwehr hat wieder auf gerA?stet, sodass die AusrA?stung unserer Feuerwehr wieder komplett mit drei vollkommen motorisierten ZA?gen dasteht. Es sei nur erwA?hnt, dass die Wiener StA?dtische Berufsfeuerwehr nicht weniger als 16 Mal in Mauthausen war und das Material, welches durch das Eingreifen der hiesigen Feuerwehr sichergestellt werden konnte, abgeholt hat.

LA?schfahrzeug 1947 Type GlA?ckner - LF 25

LA?schfahrzeug 1947 Type GlA?ckner – LF 25

Die damalige Feuerwehr umfasste einen Stand von rund 40 aktiven MitglieA?dern, die in drei Gruppen voll motorisiert waren. Der GerA?tepark setzt sich zusammen aus 3 LKW (1 LF 8, 1 LF 15 und 1 LF 25), 3 Pumpen, 2 fahrbaren Magyrusleitern, genA?gend Schlauchmaterial und den weiter notwendigen GerA?ten. Nach dem Kriege seien als EinsA?tze noch erwA?hnt der Brand im Versorgungshaus 1945, die BrA?nde bei Widi, Fuchsberger und Hanlberger, ein Grossbrand im Anwesen FeldmA?llner in Winden und ein Waldbrand in derAu bei Ennsdorf.

Es ist kaum ein Jahr vergangen, dass nicht mindestens ein- oder zweimal Mauthausen in seinen unteren Teilen am Kai berschwemmt wurde, und jedesmal musste die Feuerwehr ausrA?cken zum Auspumpen der Keller und Wohnungen, PA?lzen der Wohnungen, Strassenreinigung; ja in FA?llen, wo das Hochwasser bis zu den Fenstern der Wohnungen und noch hA?her ging, auch zur Rettung der Wohnungsinhaber. Diese WassereinsA?tze bilden für die Feuerwehr Mauthausen auch eine schwere Pflicht und die Feuerwehr hat durch die ganzen Jahre hindurch diese Pflicht opferfreudig und restlos erfA?llt.

Brand - Fleischhauerei Fenzel 1951

Brand – Fleischhauerei Fenzel 1951

Bildmaterial und Texte stammen aus dem JubilA?umsbuch 120 Jahre Freiwillige Feuerwehr Mauthausen (1989) und sind aus diesem Grund noch nicht auf dem aktuellsten Stand.


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